Länder Fazit: Kolumbien
Länder Fazit: Kolumbien

Länder Fazit: Kolumbien

Ich glaube, wenn man etwas über Kolumbien sagen kann, dann, dass wir zwar wenig darüber erzählt haben, aber umso mehr gefühlt. Tatsächlich ist Kolumbien, kaum fassbar, eines unserer Lieblingsländer. Bis dato hat dieses wundervolle Land sogar ein wenig Guatemala abgelöst.
Wir hatten ja gar keine Ahnung, was uns erwartet! Welche Bilder hat man schon von Kolumbien im Kopf, außer Pablo Escobar und den Guerillakriegen?


Was uns hier erwartet hat, waren Menschen, die uns jeden Tag versüßt haben, Landschaften, die so abwechslungsreich waren, wie wir es nicht für möglich gehalten hätten.


Kaffee, der nach Blumen und Sonne schmeckt, der schwarz einfach ein wunderbares Gefühl hinterlässt – nicht zu herb, nicht zu schwach. Kaffee, den wir seit Guatemala nicht mehr genießen konnten. Teuer kann man den Tinto, Caffecito, also den schwarzen Kaffee, im Café für 2 € pro Tasse trinken oder günstig von der Frau mit der riesigen Thermoskanne, die mitten in der Straße steht und in windige Plastikbecher den Caffecito für 0,30 € pro Becher verkauft.


Manchmal mit dem wundervollen Geschmack von Panela, einer Art unraffiniertem Zucker, der aus Zuckerrohrsaft gewonnen wird. Oder, wenn Michi wieder im siebten Himmel ist, als Agua Panela – eine Art Limonade aus Zucker mit einem Schuss Zitronensaft, die kalt oder warm als Tee getrunken wird!
Genauso schmeckt dieses ganze Land!


Unvergessen und mit so viel Liebe. In den Hügeln und Bergen des Kaffeegebiets, die unglaublichen bunten Farben der Casitas. Jedes kleinste Detail in den verschiedensten Farben. Stundenlang stehen die Hauseigentümer da und bemalen mit so viel Liebe ihre Häuser – Straße um Straße um Straße. Selbst in den abgelegensten Orten.
Die Abuela (Oma), die mir an der steilen Treppe entgegenkam und zu mir meinte: „Mach ja viele Fotos! ¡Vale la pena! Es ist es wert!“, während ich mit meiner Kamera die wunderschönen Türen und Häuser fotografierte.


Vergessen dürfen wir auch nicht Pocho, den Mechaniker, dank dem Michi aktuell ein Spanisch spricht, das selbst mich immer wieder verwundert. Aber mit fachlichem Interesse lernt man auch schnell spanische Fachwörter rund ums Fahrzeug.
Ich werde die unglaublich freundlichen Kolumbianer vermissen, die uns während unserer Fahrten strahlend entgegenwinken und uns willkommen heißen in ihrem Land.


Die rasante Busfahrt in Medellín, bei der wir beim ersten Mal noch nicht einmal etwas bezahlen mussten und bei jeder Fahrt wieder eine Frau mit großem Snackkorb einsteigt, die die Menschen im Bus mit Getränken und Essen versorgt, bevor sie unten am Berg wieder aussteigt.

Aber auch das Elend, das wir seit den USA nicht mehr gesehen haben. Zahlreiche Obdachlose und Drogenabhängige, die in den Städten leben. Sie gehören auch zu diesem Land. Die Flüchtlingsströme und einzelnen Menschen, die vor Erschöpfung im Straßengraben liegen bleiben. Und die kleinen menschlichen Situationen, die wir mitbekommen haben, wie Einheimische in kurzen, aber mächtigen Momenten Hilfe leisten. Sei es das Teilen einer kleinen Chips-Tüte.


Die Bomben, die während unseres Aufenthalts in Kolumbien hochgegangen sind, und die Guerilla-Attentate, die vielen Menschen das Leben kosteten. Unglaublich, wie gleichzeitig die Bevölkerung so unfassbar glücklich sein kann.
Wir konnten nicht alles sehen, was wir wollten, manche Orte sind für uns nicht geeignet. Sei es zu gefährlich oder die Straßen sind aufgrund der Erdrutsche (die auch durch die starken, untypischen Regenfälle im letzten Jahr verursacht wurden) nicht befahrbar.

Kolumbien ein Land das wir jedem nur ans Herz legen können.

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