Woche 147: Zwischen Totalausfall und Traumkulisse
Woche 147: Zwischen Totalausfall und Traumkulisse

Woche 147: Zwischen Totalausfall und Traumkulisse

Von den Inka-Terrassen aus ging es für uns diese Woche weiter nach Pisac. Dort befindet sich eine beeindruckende Inka-Stätte, die sogar rund zehnmal größer sein soll als Machu Picchu.

Gemeinsam mit unseren Reisegefährten verbrachten wir noch ein paar Tage auf einem wirklich wunderschönen Stellplatz. Eigentlich war es nur eine Wiese am Rand, oder je nach Sichtweise sogar mitten in Pisac. Rechts und links türmten sich die Anden auf, während direkt neben uns das ganz normale Leben stattfand. Die Bauern arbeiteten auf den Feldern, Kinder spielten um uns herum Fußball und die indigenen Frauen saßen im Schatten und genossen die kühlen Plätze. Wir standen mittendrin und wurden trotzdem komplett in Ruhe gelassen. Genau solche Orte lieben wir.

Leider hieß es dann auch Abschied nehmen. Unsere neu gewonnenen und inzwischen lieb gewonnenen Reisegefährten machten sich auf den Weg Richtung Brasilien, während wir immer noch auf unsere Verlängerung warten und nicht wissen, wann wir Peru verlassen können, oder müssen. Sollten wir die Verlängerung nicht bekommen, müssten wir das Land bereits bis zum 18. Juli verlassen. Das wäre tatsächlich ziemlich knapp.

Weil unser Leben ja sonst nicht spannend genug wäre, hat sich auch noch unsere Aufbaubatterie verabschiedet. Sie versorgt den gesamten Wohnbereich mit Strom und läuft inzwischen nicht mehr zuverlässig. Eigentlich überlegen wir schon länger, auf eine neue Batterie umzusteigen. Insofern kommt der Defekt zwar ungelegen, aber vielleicht genau zum richtigen Zeitpunkt. Gerade fürs Arbeiten unterwegs wird uns eine neue Batterie vieles erleichtern.

Die größere Herausforderung ist allerdings, in Peru überhaupt eine passende Batterie zu finden. Seit Tagen schreibt Michi mit den unterschiedlichsten Händlern über WhatsApp und versucht herauszufinden, wer eine geeignete Batterie auf Lager hat und sie möglichst schnell liefern kann.

Also geht es für uns zurück nach Cusco. Ehrlich gesagt sind wir etwas traurig, wieder umdrehen zu müssen. Zum Glück finden wir dort aber recht schnell eine passende Batterie. Mit Hilfe eines Taxis bringen wir sie hinauf zu unserem Stellplatz, wo Greeny auf uns wartet. Währenddessen macht sich Michi daran, auch unsere Heizung wieder zum Laufen zu bringen, die macht schon seit längerem Probleme. .

Bevor wir Cusco endgültig hinter uns lassen, besuchen wir noch einige weitere Inka-Stätten. Ehrlich gesagt hätten wir selbst nicht gedacht, dass wir uns inzwischen so viele davon anschauen würden. Aber jede einzelne erzählt ihre eigene Geschichte und beeindruckt uns immer wieder aufs Neue.

Anschließend geht es weiter zu den Rainbow Mountains. Irgendwie ist dieser Ort gleichzeitig wunderschön und nachdenklich stimmend. Die bunten Gesteinsschichten existieren zwar schon seit Millionen von Jahren, sichtbar wurden sie jedoch erst, als sich Schnee und Gletscher immer weiter zurückzogen. Heute gehören sie zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Perus, ein beeindruckendes Naturwunder, das gleichzeitig an die Veränderungen unseres Klimas erinnert. Bis ganz nach oben schaffen wir es diesmal nicht, doch allein der Weg dorthin ist bereits spektakulär.

Dabei fällt uns auf, wie viele Eukalyptusbäume hier wachsen. Ursprünglich stammen sie gar nicht aus Peru, sondern wurden aus Australien eingeführt, weil sie besonders schnell wachsen. Mittlerweile weiß man jedoch, dass sie enorme Mengen Wasser verbrauchen und heimische Pflanzen verdrängen. Deshalb werden in vielen Regionen wieder verstärkt einheimische Baumarten gepflanzt, um die natürlichen Ökosysteme zu stärken.

Von dort fahren wir weiter nach Pallay Punchu, einer noch recht unbekannten Attraktion, rote Berge deren scharfkantige Bergspitzen an einen bunt gewebten Anden-Poncho erinnern. So die Peruaner …

Auf dem Weg dorthin beobachten wir die Getreideernte. Die indigenen Frauen sitzen mit ihren bunten Röcken auf den Feldern, binden das Getreide zu Bündeln oder dreschen die Halme. Daneben laufen Pferde unermüdlich im Kreis und treten mit ihren Hufen die Körner aus den Ähren.

Dazwischen fahren wir wieder durch spektakuläre Landschaften, die uns jedes Mal aufs Neue sprachlos machen. Ganz nebenbei erreichen wir mit Greeny auch unseren bisherigen Höhenrekord: 4.740 Meter über dem Meeresspiegel. Genau dort verbringen wir schließlich auch die Nacht.

Langweilig wird es bei uns jedenfalls nicht. Mal sehen, welche Überraschungen Peru als Nächstes noch für uns bereithält.

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