Wir besuchen Las Lajas, eine Kirche, gebaut in einer Schlucht, die sich erst wenige Meter vor Ankunft zeigt. Majestätisch.


Sie gilt als architektonisches Wunderwerk, das spektakulär in eine tiefe Schlucht eingebettet ist. Sie thront wie aus einem Märchen über dem Fluss Guáitara und verbindet durch ihre steinerne Brücke die beiden Felswände miteinander. Die Geschichte der neugotischen Kirche Las Lajas beginnt 1754, als ein Wunder geschah: Die taubstumme Rosa sprach plötzlich, nachdem sie mit ihrer Mutter Schutz in einer Felsspalte gesucht hatte. An der Felswand erschien eine Marienfigur, wie ins Gestein eingebettet. Schnell wurde der Ort zum Pilgerziel, und aus einer einfachen Hütte entstand über Jahrzehnte hinweg die heutige neugotische Basilika, die zwischen 1916 und 1949 erbaut wurde. Bis heute gilt sie als einer der eindrucksvollsten Wallfahrtsorte Südamerikas.









Dorthin kommen wir mit einem Teleférico. Eigentlich wollte ich mit keinem davon je fahren. Da die letzte Gondelfahrt in Kanada gar nicht meins war. Aber nachdem der untere Parkplatz etwas unsicher gewirkt hat haben wir es doch noch gewagt und sich unsere erste Teleferico in Kolumbien gefahren. Wir nehmen eine der letzten Gondeln nach unten und dürfen sogar die Sonntagsmesse miterleben.



Im Übrigen sind die Messen hier (in Lateinamerika) anders als bei uns. Sie feiern ein Fest mit Jesus. Und genau so wirkt es auch. Die Musik ist fröhlich, die Menschen sind happy, es wird gesungen wie auf einer Fiesta. Kinder dürfen Kinder sein, und auch der perro darf mit dabei sein. Jeder ist willkommen, und die Stimmung ist unvorstellbar fröhlich.



Teleféricos: urbane Veränderung auf kolumbianisch
In vielen kolumbianischen Städten, allen voran Medellín, haben Seilbahnen, teleféricos, die Stadtentwicklung revolutioniert. Ursprünglich als Transportlösung für ärmere und abgelegene Stadtviertel gedacht, verbinden sie heute informelle Siedlungen in den Berghängen mit dem Stadtzentrum. Das verbessert nicht nur die Mobilität, sondern stärkt auch soziale Teilhabe, Sicherheit und wirtschaftliche Chancen. Kolumbien gilt damit als Vorreiter für urbane Seilbahn-Systeme weltweit. Und sie sind überall zu finden.



Abschied von Kolumbien – hallo Ecuador!
Es ist unser letzter Tag in Kolumbien, und mit einem weinenden Auge geht es für uns über die Grenze nach Ecuador.
Die Grenze war in Ordnung, und die Beamten – sowohl beim Verlassen Kolumbiens als auch bei der Einreise nach Ecuador – sehr freundlich. Was in Zentralamerika oft autoritär geprägt war, wirkte hier auf uns anders. Menschlicher.
Wir brauchen zum ersten Mal unsere Gelbfieber-Impfausweise.



Gelbfieber: die Lage 2025
Die Gelbfieber-Situation in Südamerika hat sich 2025 deutlich verschärft. In Ländern wie Brasilien, Kolumbien, Peru, Ecuador und Bolivien kam es zu einem starken Anstieg der Fälle, auch in Regionen, die bisher nicht betroffen waren. Besonders gefährdet sind ungeimpfte Menschen, vor allem in ländlichen Gebieten.
Allein zwischen Ende Dezember 2024 und April 2025 wurden 212 bestätigte Gelbfieber-Fälle mit 85 Todesfällen gemeldet, dreimal so viele wie im Vorjahr. Besonders drastisch ist die Entwicklung in Kolumbien und Brasilien.
Willkommen in Ecuador
Die Menschen sind hier anders. Uns winkt keiner mehr fröhlich entgegen, dafür werden wir an Tankstellen und Parkplätzen ein klein wenig belagert 😁 Natürlich nur im positiven Sinne, wir dürfen unsere Geschichte und Herkunft erzählen, und die Menschen freuen sich, uns zu sehen.
Und dann muss ich hier das für uns Unfassbare überhaupt erwähnen:
Supermärkte!
Könnt ihr dieses Gefühl nachvollziehen, wenn ihr nach langer Reise, nach fast einem Jahr mehr oder weniger einer Ernährung aus Bananen, Reis und Bohnen, in einen Supermarkt kommt, der (haltet euch fest) sogar eine Bioabteilung hat????


Wir fühlen uns wie im Paradies, kaufen Unmengen an wundervollem Gemüse: Auberginen, Zucchini… Lebensmittel, die wir seit Deutschland nicht mehr gesehen haben.
Wir bunkern uns Parmesan und nicht gammelnden Salat, finden sogar Blauschimmelkäse (der uns aber faktisch einfach zu teuer ist) und geben gutes Geld für unseren ersten Einkauf aus.
Unsere erste Anlaufstation: Finca Sommerwind. Jeder auf der Panamericana kennt Hans. Ein Auswanderer, der mit großem Grundstück in Ibarra jedem Reisenden hilft, wo er nur kann.
Es gibt einen deutschen Biergarten. Es gibt Knödel und Currywurst, Schwarzwälder und Apfelkuchen. Bier in ja, fast jeder deutschen Marke.
Wir quartieren uns mit Greeny ein und leben hier mit einigen anderen Schweizern und Deutschen für ein paar Tage. Schön!
Wir arbeiten etwas ab, bevor es richtig losgehen kann mit der Erkundung von Ecuador.
Hasta pronto,
Anna & Michi



